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B2B Magazin 01 2016

64 lifestyle DAS GROSSRAUMBÜRO Einst der Heilige Gral der Effizienz, in der Theorie ein Hort der Kommunikation, der kurzen Wege, der geistigen Massenbefruch- tung, des interaktiven Brainstormings und damit die Brutstätte von genialen Ideen und revolutionär-neuen Maßnahmen. In der Praxis gerne auch ein Tohuwabohu aus geschäftlichen und privaten Gesprächen, Telefonaten, Nervenzusammenbrüchen, der Brut- stätte von impfungsresistenten Grippeviren und einem latenten Big-Brother-Ansatz. Schließlich nimmt man – gewollt oder nicht – unmittelbar am Arbeitstag der Kollegen teil. Dabei ist die Idee des Großraumbüros im Grunde genommen durchaus sinnvoll. Schließlich rückt die Welt immer näher zusam- men. Kommunikation und Kooperation sind in aller Munde und nehmen – vollkommen zu Recht – auch immer mehr an Bedeutung zu. Gerade in der Medienwelt gehören Kompetenzteams, die eng zusammenarbeiten und sich durchgehend gegenseitig austau- schen, quasi zum Alltag. Der Kreativitätsfluss soll ununterbrochen am Laufen gehalten werden, die Ideen sollen nur so sprudeln und quasi im gleichen Atemzug auch umgesetzt werden. Dazu werden die Tische zusammengeschoben, die Wände einge- rissen oder transparent gemacht, die Arbeitsplätze im Monats- rhythmus neu vergeben, die Privatsphäre wird ad acta gelegt und leider auch die Konzentration – dem Star Wars’schen Todesstern gleich – in den hintersten Winkel einer uns unbekannten Galaxie gebombt. Während schon am Todesstern-Nachfolger fleißig gebastelt wird, bleibt auch das Büro an sich so etwa, wie eine anhaltende Groß- baustelle. Ständig wird die perfekte Balance zwischen Ruhe und Kommunikation, zwischen konzentriertem Arbeiten und rahmen- sprengendem Brainstorm gesucht, gefunden und wieder verworfen. DER VIRTUELLE RAUM Bleiben wir futuristisch und malen uns die einsamste Form der Zusammenarbeit aus: Der virtuelle Arbeitsplatz! Firmen wie MWE Lab aus Quebec oder Altwork aus San Francisco sind mit ihren Büromöbeln, die irgendwo zwischen Sonnenliege, Arbeitsplatz und elektrischem Stuhl anzusiedeln sind, schon in Bereiche vor- gedrungen, die das Verlassen des Arbeitsplatzes beinahe nur noch zu sanitären Zwecken notwendig machen. Wer „Otherland“ von Tad Williams gelesen hat, kennt den nächsten Schritt: Katheter angeschlossen, den Hirnstamm ins virtuelle Netz eingeklinkt und schon kann man mit jedem überall von daheim aus zusammenarbeiten. Damit schauen einem Kunden und Auf- tragsgeber, Chefs und Kollegen und FBI, NSA und sowieso alle direkt ins Hirn. „BÜRO IST WIE ACHTERBAHN FAHREN, EIN STÄNDIGES AUF UND AB. WENN MAN DAS ACHT STUNDEN MACHEN MUSS, TÄGLICH, DANN KOTZT MAN IRGENDWANN.“ CHRISTOPH MARIA HERBST IN STROMBERG „PUR UND UNGESCHNITTEN, DIREKT VON HIRN ZU HIRN. ICH BIN DER MAGIC MAN.“ RALPH FIENNES IN STRANGE DAYS

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