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B2B Magazin 01 2016

63 „RUNTER VON MEINEM RASEN!“ CLINT EASTWOOD IN GRAN TORINO Mit „Cubed: A Secret History of the Workplace“ schrieb der US-Journalist Nikil Saval 2014 einen interessanten Abriss über den Arbeitsplatz im Büro. Ausgehend vom 19. Jahr- hundert über die Gegenwart bis hin zu einem Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten schildert Saval dabei die Entwick- lung vom klassischen Sekretär über das Kontorhaus bis hin zum „Büro der Zukunft“. Und damit sind wir auch schon bei der zweiten Bedeutung von Raumkommunikation: Kommunikation des Raums. Was tun, wenn der Raum beim Eintritt schon deutlich „Fuck You“ sagt? Wie pusht man nach einer solchen Begrüßung die Motivation in ungeahnte Höhen? Vielleicht sollte man Büroräume – ähnlich wie es manch Aluhutträger in Flugzeugen vermutet – mit zusätzlichem Sauerstoff fluten. Oder Helium. Einfach um die Stimme und somit die Stim- mung zu heben. „Form follows money“, behauptet Nikil Saval, Autor des Buches „Cubed: A Secret History of the Workplace“. Damit ist gemeint, dass die Architektur des Büros selten nach den Bedürfnissen der Menschen oder der Funktionalität ausgerichtet ist, sondern meist den Gesetzen des Geldes folgt. Dem hält Kommunikationsexper- te und Präsidiumsmitglied des ADC, Johannes Milla von Milla + Partner, entgegen, dass innovative Räume auch innovative Ideen fördern. Das macht Kommunikation im Raum praktisch, akustisch, manchmal sogar haptisch – und immer wieder auch olfaktorisch. DAS EINZELBÜRO Starten wir oben. Also ganz oben. Da, wo es tatsächlich noch die Einzelzimmer gibt, die nicht mal mehr Privatpatienten bekommen. Das muss in dem Fall nicht mal situationsbedingt sein, sondern hat maßgeblich was mit dem Status zu tun. Einzelbüros sind in aller Regel Chefsache. Hier werden die einsamen Entscheidungen getroffen – Kommunikation wird da, zumindest in der Vorstellung, eher zum Nebenprojekt. Dass dem gar nicht so ist, können neun von zehn Choleriker be- stätigen. Auch deren Nachbarn. Aber natürlich findet Kommuni- kation auch dort nicht ausschließlich durch die Wand statt. Aber selbst wenn der ein oder andere von uns vielleicht vom Einzelbüro träumt, in dem Facebook auf dem Bildschirm durchgehend ge- öffnet ist, die Klimaanlageneinstellung stets der persönlichen Vorliebe entspricht und aus den Monitorboxen zu jeder Zeit Van Halens „Jump“ ertönt – wir alle haben doch auch das Bild des Nach- barn von 17 B vor Augen, der erst gefunden wurde, weil der Geruch im Hausflur fast unerträglich wurde. Außerdem ist Territorial- anspruch doch sowas von 1783.

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