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B2B Magazin 01 2016

temporarily not available Typ 4 Heini, die duplizierte Angst Das Modell „Angst-Heini“ ist schwer im Kommen. Für moderne Unternehmen empfiehlt es sich, gleich mehrere im Team zu integrieren. Das Gute an Heini ist: Er schafft sich seine Aufgaben selbst. Mit vielen akribisch ausgearbeiteten Check- listen, Tabellen und Protokollen sorgt er für Sicherheit bei den Prozessen. So kann gegebenenfalls direkt nachvollzogen wer- den, wer schuld ist, wenn das Projekt nicht läuft. Er selbst entscheidet nichts und ist deshalb raus aus der Schuldnummer. Typ 5 Jo (Jojo), der agile Neue Einen Neuen zu haben, tut allen gut. Vor allem stärkt es das Selbstbewusstsein der Alten: Die nämlich können sich an des Neuen Doofheit laben. Denn Jo (das Jojo – wie man ihn nennt) hat verdammt viele Fragen und penetriert mit seiner aufdringlichen Agilität das bereits resignierte Team mit prima Verbesserungsvorschlägen. Er glaubt erstens noch an die Sache und zweitens an seine Berufswahl. Aber auch ein Jojo gibt irgendwann den Geist auf. Typ 6 Gudrun, die Unentbehrliche Sie ist immer da. Sie ist extrem fleißig. Sie hat kein Zuhause. Sie begegnet außerhalb der Firma niemandem. Gott allein weiß, wo sich Gudrun immer ansteckt mit den ganzen ansteckenden Krankheiten, die sie auf Arbeit mitbringt. 54 öffentlich geschnäuzte Tempos und drei Gesamtteammeetings später findet bazillenkausal eine natürliche Auslese statt und die Belegschaft dezimiert sich auf den harten Kern. Gudrun ist dann oft die Einzige, die Stellung hält, wenn die anderen Weicheier schon wieder krank sind. Typ 7 Britta, die montags nie da ist Typ 8 Babs, die freitags nie da ist Typ 9 Bülent, der immer geschäftlich unterwegs ist Typ 10 + 11 Anna und Jochen, die sich bei Gudrun angesteckt haben Und dann gibt es noch all die Menschen, die per Definition nie da sind, wenn man sie braucht. In Zeiten des ausbalancierten Work-Life-Verhältnisses aller Mitarbeiter gestaltet sich eine Zusammenarbeit immer schwieriger. Weil die eine Hälfte des Teams arbeitet (work), während die andere lebt (life), und umgekehrt, wird die gemeinsame Terminfindung zum Sport. Arbeitstechnische Prozesse werden von zahlreichen Übergaben von einem zum anderen Mitarbeiter aufs Übelste zerrupft. Dazu kommen Berater, die mehr auf deutschen Autobahnen vor einer Brückenbaustelle im Stau hocken als im Büro. Aber immerhin kann man dann mal in Ruhe miteinander sprechen. „Ruf mich aufm Handy an ...“ Also: Typ 7–11 sind relativ pflegeleicht und machen erst Arbeit, wenn man sie projektmäßig zum fünften Mal wieder ins Boot holen muss. Typ 12 Gerd, das pikierkranke Tier Wenn der Gerd mal nicht da ist, ist’s auch recht, weil schlimmer noch, als nicht da zu sein ist: Da sein und pikiert sein. Ein stets sich pikierender Mensch steckt andere an. Bis man sich versieht, sind alle im Team pikiert. Über den mangel- haften Führungsstil, über die Überstunden, über das, was einer gesagt hat, was er gehört hat, was ein anderer gesagt hat. Die Pikierung ist eine Influenza, die das schwächste Tier im Rudel als erstes trifft. Sie mindert die Leistungskraft und bremst das Arbeitstempo. Das pikierkranke Tier möge man schnellst vom Rudel entfernen. Typ 13 Ellen, die seltsame Eremitin Wenig kompatibel, aber dennoch praktikabel: die Ellen. Unbeeindruckt von den Verwirrungen des Teams verzieht sie sich nach dem Kick-off-Meeting für eine Weile an einen geheimen Ort. Keiner weiß genau, wo sie eigentlich sitzt und wann sie bereit ist, einem weiteren Meeting beizuwohnen. Typ Ellen tauscht sich nicht aus. Sie informiert niemanden darüber, was sie plant zu tun. Eine Ellen taucht erst wieder auf, wenn die Zeit reif und der Arbeitsauftrag erledigt ist. Sie freut sich, dass die anderen mit Teamsein beschäftigt sind. So kann sie echt super in Ruhe arbeiten. Anmerkung: Handlungen und Figuren sind natürlich ausgedacht. Parallelen zur echten Welt sind daher nicht möglich. AUTORIN \ Stefanie Walkenfort 53

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