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B2B Magazin 01 2016

44 hierarchieformen INDIVIDUELLES Lernen Rektorin Angela Müller-Zastrau erklärt, warum es gut ist, dass in ihrer Schule die Dinge ein bisschen anders laufen. Angela Müller-Zastrau ist seit 1997 Rektorin der Maria Montessori Grundschule Hausen. Etwa 180 Schüler besuchen die Schule, meist ortsansässige Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung. Die Grundschule ist eine von zehn ausgezeichneten Kulturschulen in Baden-Württemberg. Die Montessori-Pädagogik geht zurück auf Maria Montessori und setzt auf freies Arbeiten, offenen Unterricht und die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes. Berühmte ehemalige Schüler sind unter anderem Jimmy Wales (Gründer Wikipedia) und die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin. Maria Montessori Grundschule Hausen: www.mmgh.de FRAU MÜLLER-ZASTRAU, WAS MACHT DIE MONTESSORI-PÄDAGOGIK AUS? MZ_ Wichtig ist für uns, da anzuknüpfen, wo das einzelne Kind steht. Wir schauen, was es im Augenblick braucht, sodass eine Passung zwischen Kind und Lernstoff entsteht. Es gibt wunder- bares didaktisches Material, mit dessen Hilfe das Kind fast alle Inhalte handelnd nachvollziehen kann. Außerdem ist das Vertrauen, dass sich das Kind entwickelt, wenn man ihm die Zeit dafür gibt, in der Montessori-Pädagogik viel größer. Ein weiterer Punkt ist auch die Jahrgangsmischung. Bei uns sind Klasse 1 und 2 gemischt, genauso wie Klasse 3 und 4. WAS HABEN DIE KINDER DAVON? MZ_ Manchen Kindern fällt es schwerer zu lernen, während andere schon sehr weit sind. Die brauchen dann nicht auf die anderen zu warten, sondern können einfach vorauspreschen. Das unterstützen wir natürlich. Im Grunde kann man mit dieser Pädagogik allen Kindern gerecht werden – nicht nur den schwächeren, sondern auch den besonders leistungsstarken. SETZEN SIE AUCH AUF EIN VERSTÄRKTES GEMEINSCHAFTSGEFÜHL? MZ_ Genau, und im Zuge dieses Gemeinschaftsgefühls wird vor allem das gegenseitige Helfen sehr großgeschrieben. Ein Kind, das schon weiter ist, hilft einem anderen und profitiert dabei selbst enorm in seiner Persönlichkeitsentwicklung. Das Miteinander pro- fitiert davon auch. Wenn man in unsere Schule kommt, hat man nicht das Gefühl, dass wir in einem Brennpunkt liegen, weil alles sehr ruhig und friedlich zugeht. FÄRBT IHRE ARBEIT DENN AUCH AUF IHR PRIVATLEBEN AB? MZ_ Meine drei Töchter waren alle in Montessori-Kindergärten und auch unser Zuhause war so eingerichtet, dass ihre Selbstständig- keit gefördert wurde und sie so viel wie möglich selbst machen konnten. Kinder wollen nicht zum Spielen in ihr Zimmer gehen, sie wollen da sein, wo das Leben spielt. Inzwischen sind alle meine Töchter auf dem Weg, Grundschullehrerinnen mit Montessori- Diplom zu werden. INTERVIEWER \ Gabriel Vocasek

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