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B2B Magazin 01 2016

35 seite zusammenzuführen. „Die Marketingabteilung fürchtet schnell, dass ihre Arbeit kritisiert und ihre Kompetenz in Frage gestellt wird“, fasst Andreas Enzenbach zusammen. „Ich habe mal mit einer Agen- tur zusammengearbeitet, die dazu neigte, meinen Mitarbeitern vorzuschreiben, was sie zu tun hätten.“ Das habe zu Spannungen geführt, da sich die Mitarbeiter entmündigt gefühlt hätten. Der Round Table ist sich einig: Hier müsse man frühzeitig alle Beteiligten ins Boot holen, Rollen sowie Verantwortung verteilen und verdeutlichen, dass jeder Einzelne im Team seine Berechtigung und seinen Kompetenz- bereich habe. Die Marketingverantwortlichen sehen ihre Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass die Teams richtig aneinander herangeführt werden. „Sonst steht am Ende ein fauler Kompromiss, mit dem keiner richtig glücklich ist und mit der man auch wenig erreicht“, beschreibt Oliver Hoffmann. FAZIT Es gibt Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit, die immer gleich bleiben. Dazu zählen vor allem, dass sich die Beteiligten verstehen, ein gemeinsames Verständnis für die Ziele entwickeln, sich respektvoll und auf Augenhöhe begegnen. Obwohl sich die internen Strukturen der Marketing­ abteilungen ähneln, legt dennoch jeder Kunde Wert auf unterschiedliche Schwerpunkte. Der ständige Dialog und Austausch der Erwartungen und Anforderungen sowie die stetige Feinjustierung der strategischen Ausrichtung sind daher unerlässlich für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir bedanken uns bei unseren Gesprächspartnern für den wertvollen Austausch und den spannenden Nachmittag. AUTORIN \ Lisa Raabe „Kommunikation ist eine kaufmännische Zweck­ veranstaltung mit kreativen Mitteln und braucht einen klaren Mehrwert.“ Oliver Hoffmann „Eine gute B2B-Agentur versteht, dass bei B2B- Unternehmen eine andere Geschwindigkeit herrscht.“ Peter Hartung „Nach der strategischen Arbeit nimmt die Zusammen­ arbeit automatisch ab.“ Andreas Enzenbach Die wichtigsten Erkenntnisse in Kürze VERSTÄNDNIS FÜR DIE SITUATION DES KUNDEN Es kommt nicht nur darauf an, dass die Chemie zwischen den Partnern stimmt. Kunden erwarten auch, dass die eigenen Schwerpunkte und die Funktionsweise der B2B-Kommunikation verstanden werden. Es geht nicht um die kreativste Idee, mit der man Awards gewinnt, sondern um eine Idee, die langfristig zu den Werten des Un- ternehmens passt. B2B-KOMMUNIKATION BRAUCHT ZEIT Im Gegensatz zu B2C-Kommunikation wirkt B2B-Kommunikation langsamer. Kunden legen daher mehr Wert auf Ideen und Impulse, die gut durchdacht und rich- tig platziert sind sowie einen klaren Benefit bieten. WENIGER INTENSIVE ZUSAMMEN-­ ARBEIT BEDEUTET NICHT, DASS DER KUNDE UNZUFRIEDEN IST Agenturen sind natürlich daran interessiert, dass ein Kunde lange erhalten bleibt. Des- wegen sollten sie jedoch nicht dazu neigen, nach der strategischen Phase in Aktionis- mus zu verfallen und neue Ideen zu entwi- ckeln. Für den Kunden ist die strategische Beratung wertvoller als die Unterstützung in der Umsetzung. DIE TEAMS AN EINEN TISCH HOLEN Nach der Strategie-Phase ist es besonders wichtig, das Kreativteam der Agentur und die Mitarbeiter aus dem Marketing ins Boot zu holen, Vorbehalte und Ängste aus dem Weg zu räumen und das langfristige Ziel zu kommunizieren. So kann Konkurrenz- denken gar nicht erst entstehen. DIE STRATEGIEARBEIT IST WICHTIGER ALS DIE KREATIVE UMSETZUNG Alle drei Gesprächspartner schätzen die strategische Kompetenz von RTS Rieger Team. Da das Kommunikationsbudget bei B2B-Unternehmen jedoch niedriger als das von B2C-Unternehmen ist, legen sie teil- weise Wert darauf, möglichst viele der Maßnahmen eigenständig umzusetzen – und schätzen daher Leitplanken wie Cook- books und CD-Manuals sehr.

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