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B2B Magazin 01 2016

31 Können Tools, die Kommunikation messbar machen, das Vertrauen von Unternehmen in Agenturen verstärken? TM_ Ja, aber nur, wenn man sich davon ver- abschiedet, dass diese Tools rein auf Zahlen basieren. Denn Daten und Algorithmen sind nur die eine Seite. Natürlich bekommt der Opa in der Edeka-Werbung, der seine Beerdigung inszeniert, um endlich alle seine Kinder und Enkel wieder an einem Tisch zu haben, unglaubliche Klickraten. Aber selbst wenn niemand das sehen wollte, wäre das trotzdem ein genialer Film – da brauche ich weder Marktforschung noch Klickraten, um das erkennen zu können. Dieser Film hat emotional be- rührt. Das drückt sich nicht in Zahlen aus, sondern in der Begeisterung der Betrachter. Man mag den schwer greif- baren Parametern wie „Emotionalität“ oder „Identifikation“ misstrauen. Aber Unternehmen, die einzig an die Kontrollierbarkeit durch Evaluierung glauben, fördern damit generische Ideen und Kampagnen, die niemand berühren und wenig bewegen. Die Agenturen ihrerseits können einiges dazu beitragen, das Vertrauen in die eigene Arbeit zu stärken. Es reicht einfach nicht, eine „norm- brechende“ Idee zu präsentieren und vom Kunden dann „Mut“ zu fordern, diese zu veröffentlichen. Agenturen müssen stil- und geschmackssicher für ihre Kunden unterwegs sein. Dazu gehören strategisch präzise Grundlagen, tragfähige Konzepte und langfristige Ziele. Eigentlich Selbst- verständlichkeiten, die man früher „Briefing“ nannte. Ob dieses Briefing vom Kunden kommt, von der Agentur oder beim gemeinsamen Arbeiten entsteht, spielt dann überhaupt keine Rolle. INTERVIEWERIN \ Katrin Solveig Köster Welche Voraussetzungen braucht es hinsichtlich Kommunikation und Feedback- kultur, damit Unternehmen und Agenturen vertrauensvoll zusammenarbeiten können? TM_ Im Prinzip könnten sich beide Seiten auf Emotion, Intuition und Offen- heit stützen. Wer zuhört, die Professionalität des anderen akzeptiert und konstruktiv kooperiert, wird bessere Ergebnisse erzielen. Das sind Grundvoraussetzungen, die im täglichen Zusammenleben einfach dazu- gehören – das ist zwischen Agenturen und Unternehmen auch nicht an- ders. Wenn ich eine Stammkneipe habe, in der ich mich wohlfühle, dann sage ich ja auch nicht: „Gestern hab ich da und da gegessen und da war es billiger, da müsst ihr euch aber anstrengen.“ Viele Unternehmen tun ­genau das: Sie stellen die Verbindung in Frage, arbeiten parallel mit ver- schiedenen Agenturen am gleichen Projekt und halten Ihre Kommunika- tionsdienstleister im Ungewissen. So entsteht doch keine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wer Agenturen zu Höchstleistungen bringen will, muss sich auf sie einlassen. Dass daraus eine besondere Verantwortung für die Agentur entsteht, ist klar. Eine wirklich professionell aufgestellte und geführte Agentur versteht das als Verpflichtung oder noch stärker: als „Mission“. Für RTS Rieger Team zum Beispiel würde ich das jederzeit unterschreiben. „Im Prinzip könnten sich beide Seiten auf Emotion, Intuition und Offenheit stützen. Wer zuhört, die Professionalität des anderen akzeptiert und konstruktiv kooperiert, wird bessere Ergebnisse erzielen.“

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