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B2B Magazin 01 2016

28 interview Vertrauen in die Kompetenz des Gegenübers_ Wie können Agenturen und Unternehmen heute wieder mehr Kraft und Begeisterung in ihre Zusammenarbeit bringen? Herr Meichle, welche Rolle nehmen Agenturen heute in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden ein? TM_ Ab einer gewissen Größe haben Unter- nehmen heute zwischen vier und zehn Agenturen. Hinzu kommt, dass diese auch noch von verschiedenen Abtei- lungen geführt werden. Dadurch hat sich die Zusammenarbeit massiv geän- dert. Früher hat der Agenturchef auf höchster Ebene gemeinsam mit dem Chef des Unternehmens über Gestal- tung, Konzepte und Kampagnen ge- sprochen. Die heutigen Ansprechpart- ner kommen auch aus dem Vertrieb, dem Service, dem Produktmanage- ment, der Presseabteilung oder sogar aus der IT. Sie schauen dann eher nach Marktforschungsergebnissen, Klickraten oder Conversion Rates und versuchen, sich dadurch abzusichern. Der Trend geht dahin, dass die Unter- nehmensabteilungen viel selbst machen, um Produktionskosten zu sparen. Das zwingt die Agenturen zur Um- orientierung. Sie müssten eigentlich die entscheidende Rolle spielen, um die verschiedenen Abteilungen in den Unternehmen zusammenzuführen. Gibt es Modelle für eine neue Form der Zusammenarbeit, von denen Agenturen und Unternehmen lernen könnten? TM_ Softwareunternehmen bieten ihren Kunden auch Schulungen, Updates und Seminare an. In ähnlicher Weise könnten auch Agenturen ihre Kunden an die Hand nehmen, entwickeln und schulen. Nach dem Motto: „Wir kommen, wir machen das Ganze, wir nehmen aber die Abteilungen mit, bauen ein gemeinsames Konzept auf und führen das gemeinsam mit euch durch.“ Das erfordert im Gegenzug von Unternehmensseite die Be- reitschaft, sich darauf einzulassen. Viele Agenturkunden wollen das nicht. Ich kenne zahlreiche Unternehmen, die lieber mit kleinen externen Ein- heiten arbeiten: zwei Leute hier, einer dort, drei da. Vielleicht haben sie Angst, von einer Agentur dominiert zu werden. Oder sie entwickeln eine Art „Bindungsangst“. A K

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