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B2B Magazin 01 2016

26 leitartikel Zweitens: der Ort. Keine Büros mehr, dafür zunehmend Home- office. Klar, wer sich permanent zwischen zwei Verantwortungs- bereichen zerrissen fühlt, wie man das bei zahlreichen gleichzeitig arbeitenden und erziehenden Menschen erleben kann, der wird sich gerne mal in die eigenen vier Wände zurückziehen. Zum Erziehen, zum Arbeiten, zu was auch immer. Aber wer Neues finden, wer schöpfen möchte, der wird das selten alleine im stillen Kämmerchen erledigen. Oder im Café oder im Park. Anspruchs- volle Arbeit braucht Platz, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch hier hilft ein Blick zu Google, Facebook und Co. Wer die Arbeits- plätze dieser Unternehmen begutachtet, kommt zwangsläufig zu dem Schluss, dass man hier grundsätzlich davon ausgeht, dass die Umgebung die Menschen formt. Sprich: Kreative Büros fördern kreative Arbeit. Google passt zum Beispiel seinen Look konsequent dem jeweiligen Standort an. Manche Meetingräume in Deutsch- land sehen aus wie Kabinen der Hamburger U-Bahn, andere verbreiten das Ambiente eines Hallenbads. Facebook bietet weit- läufige Büros mit Sofas, DJ-Mischpult, Bartheke. Im Twitter- Headquarter lockt eine opulent begrünte Dachterrasse. Und das machen die, weil sich in Zukunft mehr und mehr Menschen in die eigenen vier Wände zum Arbeiten zurückziehen? Ganz sicher nicht. Diese Firmen haben erkannt, dass beim Grübeln auf die eigenen und immer gleichen Wände zu starren das Denkvermögen limitiert. Ausprobieren, spielerisch agieren, einrichten, wie es am besten zu den Aufgaben und Zielen passt, das ist für die Unternehmen die Devise. Räume schaffen, in denen Menschen sich wohl fühlen, die täglich neue Anreize bieten, für Abwechslung sorgen und trotzdem eine Art Heimat sein können, das ergibt eine wesentliche Basis für Zusammenarbeit. Und nebenbei ein gewichtiges Argument im Kampf um die besten Talente. Denen ist die tatsächliche Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes, das Ambiente im Büro extrem wichtig. Und wer unbedingt in den Park will, der soll das tun. Aber eben nicht grundsätzlich. Drittens: das Team. Ganz ehrlich: Wo ist ein Team nicht wichtig? Man beachte bitte die Überschrift des Gesprächs mit Frank Stäbler, dem Ringerweltmeister, in diesem Heft: „Ringen ist keine Einzel- sportart.“ Moment mal, Ringen? Stehen sich da nicht zwei Kämpfer auf einer Matte in einer Kampfzone mit sieben Metern Durch- messer gegenüber? Mann gegen Mann, Kopf an Kopf? Das soll keine Einzelsportart sein? Nein, wie so vieles in unserem Arbeitsalltag keine Einzelsportart ist. Vertrauen, Team, Zusammenhalt, trotz aller Veränderungen bleibt das das Wichtigste. Treffen sich die Teams dann in den Homeoffices der Kollegen? Oder im Café? Und was passiert, wenn sich im Café fünf Teams gleichzeitig treffen und über ihre Projekte sprechen? Das nur am Rande. Festzuhalten bleibt: Wenn die Chemie stimmt, ist die Basis stabil, alles läuft. Wenn sich zwei oder mehr Partner finden, die dieselben Ziele und eine hohe Übereinstimmung in den Anschauungen haben, spart man sich viel überflüssige Arbeit. Man spart sich genau gesagt die überflüssige Arbeit an der Zusammenarbeit. Wenn Menschen Lust darauf haben, jeden Tag an einem oder mehreren Projekten mitzuarbeiten, dann ist schon mal viel geschafft. Dabei geht es nicht um Friede, Freude, Eierkuchen. Meinungsverschiedenheiten, Konflikte gehören zu einem gesunden Team dazu. Genau hier ge- raten alle anderen Kommunikationsentwürfe an ihre Grenzen. Die Mail kennt keine Nuancen, keine Betonungen, keinen Tonfall. Und schaukelt sich deshalb gerne in eine Schärfe hoch, die oftmals gar nicht beabsichtigt ist. Der Telefonanruf kennt keine Mimik, keine Gestik und ist zwar weitaus besser als die Mail, aber immer noch unvollkommen. Und der Videoanruf ist hervorragend, schafft aber kaum Teamspirit und kreative Atmosphäre. 2 3 Die Umgebung formt die Menschen. Dabei geht es nicht um Friede, Freude, Eierkuchen.

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