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B2B Magazin 01 2016

21 VITA_ Jehle/Will ist das Projekt der beiden Fotografen Benjamin Jehle und Steffen Will. Beide kennen sich bereits von der Fotoschule, wo Steffen seine Ausbildung als Werbe-, Ben als Porträtfotograf abschließt. Zusammen bereisen sie Mittel- und Südamerika und entwickeln dort ein gemeinsames Verständnis für Look und Bildästhetik. Nach einem kurzen Split (Steffen assistiert in Deutschland, Ben in England) formiert sich das Projekt neu und ist seitdem gemeinsam erfolgreich. KUNDEN_ Infineon Technologie AG, Berner SE, BMW Group, Siemens AG, Ravensburger AG, Baywa R.E., KLS Martin, Witzenmann, Sparkassen, Raiffeisen Schweiz, Diehl, Rafi GmbH, ADAC, Siegenia, Falk Navigation, Leibinger, Schnell Motoren etc. KONTAKT_ [email protected] _ www.jehle-will.de TATSÄCHLICH WORTLOS? SETZT SO EINE HERAN- GEHENSWEISE NICHT STÄNDIGE KOMMUNIKATION VORAUS? STEFFEN_ Wenn wir ein Motiv shooten, das konzeptionell ist, dann gibt es Vorgaben, die wir gemeinsam versuchen umzusetzen. Dabei besprechen wir uns und beraten, wie wir Perspektive, Licht usw. umsetzen. Während des Shootings müssen wir uns kaum verständigen. Das klappt wortlos. Wir haben einen gemeinsamen Bildstil entwickelt, der keiner Worte mehr bedarf. BEN_Vor dem Shooting wird der Look besprochen, dann weiß jeder von uns, was er zu tun hat. Der Kunde wird am Set natürlich mit ins Boot geholt. Es ist nicht so, dass da feierliche Stille herrscht. Wir sind eher kommunikative Typen, verstehen uns aber unter­ einander bei der Arbeit auch ohne viele Worte. WIE GESTALTET SICH DENN DIE ZUSAMMENARBEIT MIT KUNDEN? STEFFEN_ Das Feedback ist durchwegs positiv. Wir arbeiten am Set mit mehreren Assistenten und eben zwei Fotografen. Kunde und Agentur können jederzeit mit einem von uns kommunizieren, ohne dass der Fluss unterbrochen werden müsste. Alle Vorschläge und Ideen können direkt vom anderen umgesetzt werden, wenn er die Kamera übernimmt. Mittlerweile sind Fotografenteams in der Werbung immer öfter gefragt. Das Konzept funktioniert. BEN_ Wir versuchen, die meisten Jobs zusammen zu machen. Es ergibt sich aber auch, dass manche separat erledigt werden. GIBT ES AUCH ASPEKTE, BEI DENEN ZUSAMMEN- ARBEIT EHER HINDERLICH IST? BEN_ Eigentlich nicht. Jeder macht sein Ding, aber eben mit einem gemeinsamen Ergebnis. STEFFEN_ Man steht schon manchmal daneben und denkt sich dann: Ne, so würde ich das aber nicht machen. Aber man lässt den ande- ren dann doch machen, denn für ihn ist seine Meinung natürlich die richtige. Genauso wie meine für mich. Das kann sich ergänzen. Oft reicht aber auch schon ein kleiner Tipp oder ein Vorschlag, dass der jeweils andere auf einmal genau das Foto schießt, das man selber eigentlich machen wollte. Da gibt es bei uns keine Ego-Reibereien. Welches Bild letztendlich verwendet wird, ist nicht so wichtig. Solange JEHLE/WILL drunter steht, ist alles gut. IN EINEM INTERVIEW WERDET IHR MIT DEN WORTEN „OFT IST EIN KOMPROMISS DER BESTE WEG“ ZITIERT. VERWÄSSERN SOLCHE KOMPROMISSE NICHT OFT DAS ERGEBNIS? STEFFEN_ Wenn man damit den Kompromiss zwischen unseren Meinungen versteht, sehe ich das nicht so. Jeder von uns kann ja seinen eigenen Weg gehen. Dadurch erhöht sich die Vielfalt an Perspektiven, die der Kunde erhält. BEN_ Wir fertigen keine Fotoarbeiten an, bei denen der Kunde eine Mischung aus zwei Meinungen bekommt. STELLT SICH BEI EURER ZUSAMMENARBEIT ÜBER- HAUPT DIE FRAGE, WER ENTSCHEIDET, WANN EIN BILD GUT BZW. FERTIG IST? STEFFEN_ Na ja, im Endeffekt der Kunde. Man muss da trennen zwischen Arbeiten für Kunden und eigenen Arbeiten. Wir sprechen dem Kunden gegenüber unsere Empfehlung aus, aber letztendlich entscheidet der Auftraggeber. Bei freien Arbeiten läuft das anders ab. Die bessere Bildidee gewinnt, egal wer das Foto gemacht hat. Da sind wir uns einig. Die Supervision der Postproduction macht dann derjenige, der das bessere Feeling für das Bild hat. BEN_ Manchmal merkt man während der Postproduction auch, dass man an einem Bild nicht wirklich weiterkommt, und übergibt das dann an den Kollegen. Zu manchen Themen findet man keinen Zugang oder weiß, dass der andere da mehr draufhat als man selber. Dann übernimmt einfach der andere, schießt das Foto und auf ein- mal ist alles klar. INTERVIEWER \ Michael Edele

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