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B2B Magazin 02.2015

33 Zunehmender Komplexität kann man auch durch Einfachheit begegnen: Wer nicht für jede Kleinig- keit etwas Neues erfindet, sondern stattdessen seinen Markenkern sauber definiert, macht es sich einfacher: „Man beschränkt sich dabei auf eine Art ‚CD-Genpool‘ – einige elementare Dinge, die ausreichen, um ein klares Bild des Unternehmens zu erzeugen“, führt Birgit Hanke an. Ansgar Seelen hat zum Beispiel seine Aktivitäten priorisiert und kann ordentlich Ressourcen sparen, weil nicht mehr alles abgedeckt werden muss: „Seit wir bei Zeiss auf Aktions-Logos verzichten, haben wir 40% weniger Steuerungsaufwand in der Abteilung.“ VON PRODUKTLASTIGER ONE-WAY-KOMMUNIKATION ZUM DIALOG Kommunikation – das weiß jeder – verläuft heute nicht mehr einseitig von Marke zu Konsument oder Verwender. Heutzutage können Unternehmen und Kunden auf vielfältige Weise in Kontakt treten. Die digitalen Medien erzeugen ständig neue Möglichkeiten – der Kunde kann auch nach dem Kauf seine Meinung kundtun. „Die Beziehung zum Kunden beginnt erst beim Kauf. Sie endet nicht dort“, kommentiert Ansgar Seelen diese Entwicklung und ergänzt: „Kundenzentrierung wird immer wichtiger.“ Unternehmen bewegen sich also weg von der reinen Produktkommunikation. Werbung ist nicht länger Frontalunterricht, der durch die Fontanelle geprügelt wird. Heute können Kunden antworten und Unternehmen zum Antworten nötigen. Über Facebook, Twitter, Youtube, Fachforen und weitere Plattformen treten Kunden in den Dialog und sprechen auf Augenhöhe. Wird Kommunikation auf diese Weise betrieben, muss sich auch das Design ändern. Dabei kann auf vieles gar kein Einfluss genommen werden – denn die Rahmenbedingungen geben Google und Co. häufig selbst vor. Hier muss Design also plötzlich weiter gefasst werden, müssen sich Unternehmen in Zukunft parallel auch mehr inhaltliche Fragen stellen. Wenn Kunden immer kommunizieren können, nimmt der Stellenwert der Kundenbindung also zu. Wo früher eine Broschüre und eine Messepräsenz ausreichten, kann und muss die Marke heute umfassender mit dem Kunden in den Dialog treten. Die sogenannte Customer-Journey wird verlängert – auch im B2B-Bereich. Hier gibt es noch viel zu tun – und das betrifft auch den Bereich Corporate Design. Im B2C-Bereich werden beispielsweise Verpackungen gezielt designt, um einen größt- möglichen „Moment of Pride“ beim Auspacken zu generieren. Steckt hierin womöglich auch für B2B-Marken Potenzial? Ein Punkt, der sich sicher erst am Anfang der Diskussion befindet. Doch klar ist auch: Mehr als eine Anlieferung auf einer schnöden Europalette in einem unterneh- mensfremden Speditionstruck ist sicher möglich. Oft warten die Kunden wochenlang sehnlichst auf ihre Lieferung. Ein Umstand, den man eventuell nutzen könnte, um sich über eine schöne Ver- packung als Marke zu präsentieren. Der Aufwand für eine Umgestaltung der Verpackung ist zwar ein großer Kostenfaktor, doch in einer Zeit, in der sogenannte Unboxing-Videos millionenfach Clicks auf Youtube sammeln, könnte man sicher anfangen, auch im B2B-Bereich zumindest mal darüber nachzudenken. Klar ist für Ansgar Seelen auf jeden Fall: „Verpackung liefert Verkaufs- argumente – nicht nur am Point of Sale.“ „Bei CMS-Modulen ist es mit der Freiheit in der Gestaltung schnell erledigt.“ Ansgar Seelen „Wo früher eine Broschüre und eine Messepräsenz ausreichten, kann und muss die Marke heute umfassender mit dem Kunden in den Dialog treten.“ Ansgar Seelen „Man beschränkt sich dabei auf eine Art ‚CD-Genpool‘ – einige elementare Dinge, die aus- reichen, um ein klares Bild des Unternehmens zu erzeugen.“ Birgit Hanke „Andere wiederum fühlen sich durch solche Regelwerke eher eingeschränkt – denen reicht eine Art Top 10 der Dos and Don’ts.“ Ann-Cathrin Rubin „Hier muss Design also plötzlich weiter gefasst werden, müssen sich Unternehmen in Zukunft parallel auch mehr inhaltliche Fragen stellen.“ 5361_B2B_Magazin_02_2015.indd 33 06.10.15 15:49 5361_B2B_Magazin_02_2015.indd 3306.10.1515:49

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