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B2B Magazin 01 2015

31 Bei Industrie 4.0 spricht man auch von „intelligenter Fabrik“. Welche Unternehmen betrifft das? HH_ Das betrifft Unternehmen, die heute bereits in einem globalen Wettbewerb stehen und sich um die möglichst effiziente Nutzung von Ressourcen bemühen. Es gibt fantastische Ansatz­ punkte aus dem Konzept 4.0. Geschäftsprozesse werden nicht mehr nur über die allmächtige SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) gesteuert. Industrie 4.0 baut auf durchgängig intelligenten Komponenten auf, alles wird SMART. Da spielt nicht nur die intelligente Fabrik eine Rolle, sondern auch intelligente Gebäude, intelligente Mobilitätslösungen, intelli- gente Produkte und so weiter. „Industrie 4.0 bedeutet, die Wettbewerbs­fähigkeit der Unternehmen noch weiter zu steigern, um sie international vorne zu halten.“ Was ist ein „intelligentes Produkt“? HH_ Ein intelligentes Produkt ist ein Produkt, das zum Beispiel mittels eines Chips der Maschine direkt kommunizieren kann, welcher Arbeitsschritt notwendig ist, ohne dass die zen- trale Steuerung diesen Schritt vorherbestimmen muss. Der Fokus verlagert sich vom Steuern aufs Regeln. Regeln ist viel intelligenter als steuern und natürlich auch anspruchsvoller. Genau das sind die großen Herausforderungen und Chancen einer modernen Industrie. Wer das beherrscht, der hat die Nase vorn im globalen Wettbewerb. Die CENIT AG bietet „Product Lifecycle Management“ an. Was ist das? HH_ Es ist die Idee, ein Produkt von der ersten Minute bis zur letzten zu begleiten. In modernen Szenarien reden wir nicht mehr nur über Recycling, sondern über Upcycling. Produkte sterben nicht mehr, sondern werden so konstruiert, dass man sie zu 80 % wiederverwenden kann. Durch das Uplift werden sie den modernen Herausforderungen angepasst. Wir haben also nicht mehr den klassischen Produktentstehungsprozess, der mit der Idee anfängt und mit der Verschrottung endet. Wir bekommen geschlossene Loops, in denen ein Produkt ewig lebt. Durch diese lebenslange Begleitung wird das Product Lifecycle Management vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Hat der veränderte Lebenszyklus von Produkten Auswirkungen auf unsere Gesellschaft? HH_ Auf der einen Seite haben wir eine Wegwerfgesellschaft und auf der anderen einen Gegentrend: die Ressourceneffizienz. Immer mehr Menschen verstehen, dass wir auf einem Planeten leben, auf dem es viele Dinge nicht in unbegrenzter Menge gibt. „Industrie 4.0 baut auf durchgängig intelligenten Komponenten auf, alles wird SMART“ Wie ist die Resonanz der Unternehmen auf das sich gesellschaftlich verändernde Bewusstsein? HH_ Mein Eindruck ist, dass wir momentan unglaublich viele Suchende haben. Es ist angekommen, dass sich was ändern muss. Aber viele haben große Orientierungsschwierigkeiten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, denen zu helfen, die suchen und Orientierungsschwierigkeiten haben. Genau da stecken alle diese Ansätze auch von unserer Seite mit drin. Es ist wichtig, einen Unterschied zwischen komplex und kompliziert zu machen. INTERVIEWERIN \ Laura Esser Horst Heckhorn, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), arbeitet seit 25 Jahren bei der CENIT AG. Seit 20 Jahren ist er dort in verschiedenen Management- positionen im Bereich technisches Daten-Management, PDM-/PLM- Prozesse und -Technologien tätig. Von 2000 bis 2014 war er Direktor der SAP Business Unit, von 2006 bis 2009 CEO der CENIT Amerika in Detroit und seit Januar 2014 ist er Business Development Executive. VITA

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