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B2B Magazin 01 2015

25 2 Bei Unternehmen galt bisher oft genug die Faustregel: Wem es gut geht, der ändert wenig. Eine Strategie, die bis zur Digitalisierung einigermaßen funktionieren konnte. Industrie 4.0 hat jedoch locker das Zeug dazu, unsere bisher existierende Welt komplett umzu- krempeln. Somit bleibt wohl nichts mehr, wie es war. Und eines muss den B2B-Unternehmen einfach klar sein: Die eigene Rolle, die eigene Position im 4.0-Kontext wird sich sowohl dem Markt und noch viel wichtiger den eigenen Mitarbeitern ohne Kommunikation nicht vermitteln lassen. Die digitale Transformation wird eine Reise werden, auf die man seine Mitarbeiter, seine Kunden und alle, die beides noch werden sollen, möglichst mitnimmt. Deshalb wird 4.0 zum größten Kommunikationsanlass der B2B-Unter­ nehmen der nächsten Zeit werden. Zumindest wage ich diese Prognose. In Richtung Markt wird es eine Fülle an Innovationen, technischen Veränderungen und neuen Produktnutzen zu ver­ mitteln geben. Man wird seine B2B-Marke mit neuen Inhalten, neuen Botschaften, neuen Versprechen glaubwürdig aufladen müssen. Man wird spätestens jetzt die Marke überhaupt einmal aufladen müssen. Das ganze vor dem Hintergrund, dass aus einem Ackergaul nicht einfach so ein Rennpferd werden kann. Das sagt zumindest der Volksmund und beschreibt auf äußerst schlaue Art und Weise, dass Veränderung nur in einem nachvoll- ziehbaren Rahmen glaubwürdig ist und bleibt. Und Nachvoll­ ziehbarkeit kann ein reales anzustrebendes Kommunikationsziel für B2B-Marken sein. Diese Nachvollziehbarkeit gilt es auch nach innen zu vermitteln. Die Mitarbeiter werden, wie der Markt auch, Antworten auf für sie dringende Fragen erwarten: Wohin geht unsere Reise? Was sind unsere Ziele? Wie werden wir erfolgreich sein? Wie sicher ist mein Arbeitsplatz inmitten dieser unruhigen Zeiten? Wie verändern sich die Erwartungen an mich? Antworten, die eine starke B2B-Marke ohne Zweifel geben kann. Wenn sie dazu bereit ist. Wenn sie, wie bereits gesagt, mit neuen Inhalten, neuen Botschaften, neuen Versprechen glaubwürdig aufgeladen ist und diese auch aktiv kom- muniziert. Dabei bleibt zu wünschen, dass B2B-Unternehmen in diesem Zusammenhang dem Marketing und der Werbung eine größere Rolle einräumen werden. Nach wie vor kämpfen beide in der Wahrnehmung der deutschen Ingenieure verzweifelt um die Anerkennung, die ihnen eigentlich zustünde – und selten gewährt wird. Konnte man vielleicht in der Vergangenheit beide Disziplinen eher stiefmütterlich behandeln und trotzdem sehr erfolgreich agieren, wird das in der digitalen Zukunft nicht mehr so einfach gehen. Denn ein Kennzeichen der Industrie 4.0 wird schließlich die schier unbegrenzte Vernetzung der Dinge, das Internet of Things, sein. Das einhergeht mit der schier unbegrenzten Vernetzung der Menschen. Zweitens: Marketing wird der größte Datenverursacher der B2B-Unternehmen Im Kern der Vision Industrie 4.0 steht mit dem Internet of Things die omnipräsente Vernetzung von Menschen, Dingen und Maschinen. Diese Vernetzung wird selbstverständlich völlig neue, noch nie dagewesene Produkte, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungs- ketten und Produktionsmethoden hervorbringen. Aber sie wird auch für etwas anderes sorgen: für eine ungeheure Menge an Daten, die in irgendeiner Form marketingtechnisch relevant sein werden. Halbzeuge werden nicht nur in der Lage sein, mit den sie produzierenden Maschinen ohne zentrale Steuerungseinheiten (wie bisher in der Automatisierung üblich) direkt Fertigungsabläufe abzustimmen, sie werden sich auch als fertige Produkte selbst zu Wartungsterminen anmelden können. Und sie werden detailliert Auskunft darüber geben können, was mit ihnen passiert, wofür sie verwendet werden, was mit ihnen geplant ist und wie es ihnen aktuell geht. Kehren wir noch einmal zurück zum selbstfahrenden Auto. Dieses Vehikel wird sich nicht nur ohne Fahrer sicher durch die Straßen bewegen, es wird über alles Auskunft geben können, was mit ihm passiert. Wohin wird es bewegt? Wie lange steht es wo? Wie oft wird es mit neuer Energie versorgt und wie? Oder auch: Welche Webseiten besucht der Fahrgast während der Fahrt? Datenschützer überkommt das kalte Grausen, aber diese und noch viel mehr Fragen werden in Zukunft auf Wunsch zeitaktuell beantwortet werden. Mit anderen Worten: Der Konsument, gerade auch der B2B-Konsument, wird gläserner denn je.

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