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B2B Magazin 02.2014

61 Im Jahr 1923 war in Metzingen noch lange nichts davon zu spüren, dass das Städtchen eines Tages jährlich mehrere Millionen Besucher aus aller Welt anlocken würde. 3,5 Millionen, um genau zu sein. Nein, im Jahr 1923 gründete lediglich ein Mann namens Hugo Ferdinand Boss eine Firma zur Herstellung von Berufs- kleidung. Einige Jahre später, im Jahr 1975, eröffnete Hugo Boss einen Fabrikverkauf für Firmenangehörige. Die Firmenangehöri- gen brachten ihre Familien mit. Die Familien brachten wiederum ihre Freunde mit – und der Fabrikverkauf verselbstständigte sich. Die Enkel von Hugo Boss, Jochen und Uwe Holy, erkannten das Potenzial des Standortes, der immer bekannter wurde. Und so gründeten sie die Holy AG und damit die Outletcity in Metzingen. Schnell fanden sich weitere Marken, die vor allem die Damenwelt ansprechen sollten: Escada, Bally und Joop. Das war 1998. Und heute winken dem Besucher mitten in der Stadt Rabatte bis zu 70 % bei über 60 weltbekannten Premiummarken. [ MEHR ALS SHOPPING ] Doch Metzingen ist mehr als nur ein Factory-Outlet. Metzingen ist eine Tourismusattraktion – und mittlerweile so groß geworden, dass viele der internationalen Gäste lieber über Nacht bleiben, um das gesamte Angebot sichten zu können. Gerade sind Hotels und Restaurants in Planung, die auf die Be- dürfnisse anderer Kulturen ausgerichtet sind. Die Servicebereiche werden mit Gebetsräumen und Stehtoiletten geplant, es soll spezielle Angebote für Reiseorganisationen geben, die perfekt auf ein Wochenende im Zeichen des Konsums zugeschnitten sind. Verkäufer bei Prada & Co. sprechen meh- rere Sprachen und wissen, wann es höflich ist, seinem Gegenüber in die Augen zu blicken. Shuttle- busse fahren die Markenfans vom Flughafen nach Metzingen und wieder zurück. Die Kunden sollen sich voll und ganz aufs Shoppen konzentrieren können. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Und noch ein bisschen mehr: Regelmäßige Events mit Musik, verkaufsoffene Sonntage und Reiseführer über die Region runden das Angebot ab. So ein Ansturm an kaufwütigen Schnäppchenjägern wirbelt einen tief in der schwäbischen Mentalität verankerten Ort wie Metzingen ziemlich durcheinander. „Es wäre mit Sicherheit einfacher gewesen, ein Outlet-Center außerhalb der Stadt zu errichten. Gerade auf der Seite der Bürger gab es ein paar Gegner, die der Outletcity kritisch gegenüberstanden“, sagt Bauer. Mittlerweile seien die Anwohner von der Outletcity überzeugt – denn man habe ihre Wünsche und Bedenken respektiert und offen miteinander kommuniziert. „Wir wollten die Traditiondes Fabrikverkaufs unbedingt aufrechterhalten. “ „40 %unserer Kunden – Tendenz steigend – kommen von sehr weit her. “

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