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B2B Magazin 02.2014

45 Wie gehen Sie bei Ihren Trendanalysen vor? PW_ Es gibt insgesamt vier Beobachtungsfelder: DER SOZIALE WANDEL, DER TECHNOLOGISCHE WANDEL, DIE ÖKONOMIE UND DIE ALLTAGSKULTUR. Die ersten zwei Felder sind relativ einfach: Es liegen viel statistisches Material und aktuelle Meldungen vor. In der Ökonomie ist es insofern schwierig, weil neben der realen Wirtschaft die Finanzwirtschaft existiert und diese, denkt man zum Beispiel an die Finanzkrise, mehr als intransparent ist. Die Kultur nähert sich zudem stark der kulturellen Soziologie. Wird es durch das Internet einfacher, dass Trends in der Gesellschaft entstehen? PW_ Die Vernetzung der digitalen Welt ist die Infrastruktur, auf der die neue Gesellschaftsform entstanden ist beziehungs- weise entsteht. Infrastrukturen kann man also auch als Trend sehen: Wie verbreitet sich das Internet? Denken Sie an die Breitbandangebote in Deutschland, die momentan diskutiert werden, oder Zugänge auf dem Land. Schließt man Leute ein oder aus? Das fällt auf den Trend „Internet“ zurück. Stichwort Big Data: Inwiefern vereinfacht der Zugriff auf massenhaft Daten die Arbeit von Unternehmen – beziehungsweise wie können Unternehmen sich Big Data zu ihrem Vorteil zunutze machen und was müssen sie dabei beachten? PW_ Das Thema Big Data ist ja ein Ausdruck für die Zusammen- führung unterschiedlicher Datenströme und die Möglichkeit, mit dem Wissen der Vergangenheit vorausschauend zu handeln. Es gibt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, Businessmodelle aufzubauen. Das eine ist die Industriekultur, bei der das Produkt und die massenhafte Verbreitung von Produkten im Vordergrund stehen. Die entstehende Netzöko- nomie geht aber von Beziehungen aus. Das heißt, die Profita- bilität, die Sie mit Ihrem Kunden erreichen, ist der Maßstab dafür, was Sie diesem Kunden verkaufen. Das läuft unter dem Stichwort „Customer Centricity“. Amazon ist hierfür ein schönes Beispiel: erst Beziehungen über ein relativ tradiertes Produkt wie Bücher aufbauen, einen Marktplatz schaffen, eigene Pro- dukte auf den Markt bringen, dann Serviceleistung anbieten. Und das ist nur erklärbar, WEIL ES EBEN NICHT UM DAS PRODUKT, SONDERN UM DIE BEZIEHUNG GEHT. Die Welt verändert sich ziemlich schnell – ebenso die Trends. Was können Unternehmen tun, um up to date zu bleiben? PW_ Das Wichtigste ist, zu überlegen, warum es die Firma über- haupt gibt. Dann braucht man Chancen. Sowohl intern durch Mitarbeiter, die überhaupt in der Lage sind, diesen Paradigmen- wechsel nachzuvollziehen, als extern durch Szenarien für Businessfelder, die man erobern will. Viele Top-Mitarbeiter in Unternehmen werden nicht mal wissen, wofür das Unterneh- men existiert, und denken meistens, Hauptsache, der Ball rollt. Auch da hat es was mit Kultur zu tun. Ich glaube, die große Frage in der Zukunft ist nicht, wie sich die Technologie, sondern wie sich unsere Kultur entwickelt. Und da liegt natürlich das Hauptaugenmerk auf demjenigen, der mit der neuen Technik als Kultur aufwächst, als Digital Native oder Net Native. ABER DER WIDERSTAND DERJENIGEN, DIE JETZT AUF EINER BESTIMMTEN KARRIERESTUFE STEHEN ODER AUS EINER ANDEREN WELT KOMMEN, WIRD VERSCHWIEGEN. DABEI IST ER EKLATANT HOCH. SOZIALER WANDEL TECHNO- LOGISCHER WANDEL ÖKONOMIE ALLTAGS- KULTUR

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