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B2B Magazin 02.2014

34 interview Welche Vorurteile herrschen immer noch? Und mit welchem Resultat? CM_ Die meisten Führungskräfte glauben, dass KOMMUNIKATION WIE EIN PFEIL funktioniere. Einmal abgeschossen, fliegt er ins Ziel. In dieser Vorstellung reicht es, einmal etwas zu sagen. Viele glauben, dann seien alle Kom- munikationsbedürfnisse zu einem Projekt oder Thema „befriedigt“. Dieses Vor- urteil, punktuelle Kommunikationsmaß- nahmen würden völlig ausreichen, ist leider weit verbreitet. Es führt selbst bei engagier- ten Führungskräften notwendigerweise zu Enttäuschung, denn Kommunikation ist ein kontinuierlicher Prozess des Austausches und Verstehens, keineswegs aber ein Anein- anderreihen von einzelnen Kommunikations- akten, wenn es gerade einmal passt. Was müssen Führungskräfte bei der Kommunikation mit ihren Mitarbeitern beachten? CM_ Führungskräfte, die nur loben, werden eben- so wenig ernst genommen wie diejenigen, die sich im „Nebelsprech“ ausdrücken: Man hört ihnen zu und weiß danach beim besten Willen nicht, was sie gesagt haben. Solches Kommunikationsverhalten sind aber die Mitarbeiter immer seltener bereit zu akzep- tieren. Sie können inzwischen ihre Unzu- friedenheit auch leichter äußern und einem Unternehmen sehr schaden, wenn sie auf Bewertungsplattformen wie kununu oder VIA SOCIAL MEDIA IHRE KRITIK und ihren Unmut posten bzw. entsprechende Kom- mentare online abgeben. Solche Einträge lesen auch die Kunden eines Unternehmens und stellen dann unangenehme Fragen. Schlimmstenfalls wenden sie sich den Firmen zu, deren Mitarbeiter eine gute Reputation verbreiten. Die Anforderungen an die inhaltliche Substanz von Aussagen steigen. Mitarbeiter sehnen sich nach ernsthaften Gesprächen, konkreten Themen und Führungs- kräften, die auch einmal zuhören können. Schließlich wollen sie auch Wertschät- zung erfahren und spüren, dass sie von den Chefs ernst genommen werden. Inwiefern wird der Alltag durch Kommunikation vereinfacht und erfolgreicher? CM_ Wenn GEGENSEITIGES VERTRAUEN wächst, nehmen die Zeitbudgets für exten- sive Kontrollen ab. Die Starrheit der Strukturen und Prozesse bricht auf. Das spart Zeit und eröffnet Optionen. Studien belegen: Offensive und regelmäßige Kommunikation erhöht die Flexibilität der Teams und auch die Performance. Dies sind alles Anforderungen, die heute enorm zählen. Eine orientierende Kom- munikationspolitik setzt nämlich klare Leitplanken, an denen sich die Mitarbeiter orientieren können – klare Ziele, Vorgehensweisen und Verantwortlichkeiten. Warum sollte ich als Führungskraft eine offene Kommunikationspolitik anstreben? CM_ Die Ressourcen, die in mitarbeiterorientierter Kommunikation im Unternehmen schlummern, sind noch keineswegs ausgeschöpft. Im Gegenteil: Mich wundert immer wieder, mit welcher Hingabe und welchem Zeitaufwand Führungskräfte nach kleinen Einsparpotenzialen in Höhe von Cents suchen, während sie sich zeitgleich Tausende von Euros entgehen lassen – durch die unsichtbaren Kosten einer unwilligen oder gar rigiden Kommunikationspolitik. Diese Kostenart sollte in Unternehmen erfasst und bilanziert werden. Fürs Erste reicht es aber, wenn Führungskräfte ihre Scheu vor diesem „weichen Faktor“ ablegen. don’t understand don’t like

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